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Sonstiges

re:publica 2026

re:publica 2026

22.05.2026

Seit gestern bin ich zurück von der diesjährigen re:publica 2026 in Berlin und bevor meine Erinnerungen nimmer FRESH sind, dachte ich mir, schreib ich schnell meinen Blogbeitrag über all die Sessions, die ich dieses Jahr gesehen hab.

Hier gibt es außerdem die Beiträge aus den letzten Jahren:

re:publica 2025

re:publica 2025

re:publica 2024 – So war’s

So war meine re:publica 2023

Neben den ganzen Sessions war es natürlich auch wie jedes Jahr SO SCHÖN, die re:publica Gang zu treffen. (Tell no one)

Alle Sessions, die ich live geschaut hab

Whoa, dieses Jahr hab ich mir SO VIEL angeschaut! Letztes Jahr war ich ja etwas deprimiert und hoffnungslos, weil sich so viele Sessions um KI-Dystopie, Kriege, rechte Propaganda und Tech Bros drehten. Diese Themen waren dieses Jahr jetzt nicht WEG, aber das Programm erschien mir einfach rundum etwas… hoffnungsvoller.

Ich hab glaub ich so viele Sessions besucht wie noch nie. Deshalb gehen wir direkt rein in meinen Recap:

re:publica 2026 – Tag 1: Montag

Lookmaxxing und Skinnytok: Was Schönheitstrends auf TikTok über unsere politische Lage sagen – Antonia Schmitz , Vanessa Schettle

Wie auch schon in den letzten Jahren sind die Tincon-Vorträge leider nicht auf YouTube.

Von „Lookmaxxing“ hab ich glücklicherweise bisher noch nie was gehört, mein Insta-Algorithmus schwebt da in ganz andere Sphären. Trotzdem spannend (und mit „spannend“ meine ich „erschreckend“ zu sehen, wtf da los ist und was der wachsende Rechtsruck der Welt damit zu tun hat.

Hätte mir noch etwas mehr tiefere Inhalte gewünscht, so wurden hier vor allem Begriffe definiert und einen ersten Einblick in die Thematik gegeben.

AmaZon(e) of Interest – Warum wir unsere kritischen Infrastrukturen gegen Big Tech verteidigen müssen – Maja-Lee Voigt

Ein Vortrag, der mir schlechte Laune gemacht hat, haha. Erschreckend, wie tief verwurzelt Konzerne wie Amazon und Co. inzwischen in öffentlichen Projekten sind.

Leude, was soll schon schiefgehen? 🤗

Dark Romance und die Gefahren der Übertragung eines digitalen Genres aufs Analoge –Yasmina Benz

Leider gibt es keine Videoaufzeichnung hiervon.

Dark Romance ist jetzt nicht mein favorit Genre, aber als quasi baldige Romantasy-Autorin wollte ich natürlich unbedingt in den Vortrag!

Und es war einer meiner Highlight-Vorträge der gesamten re:publica dieses Jahr. Mina hat über die Fanfiction-Ursprünge gesprochen und auch darüber, dass es schon auch etwas problematisch ist, dass diese (oft) anonymen, „geschützten“ Räume nun so krass in den profitorientierten Massenmarkt drängt.

Neurourbanistik – wie Städte auf unsere Psyche wirken – Mazda Adli

Hier bin ich erst mittendrin eingestiegen und muss mir nochmal den Anfang anschauen. Man hat ja schon oft gelesen (oder merkts selber), dass Stadtleben nicht gerade das unstressigste ist. Woran das liegt, daran forscht u.A. Mazda Adli und hat einige der Ergebnisse präsentiert.

In Berlin gibts sogar ne App, mit der man selbst zur/zum „Stressforscher*in“ werden kann, indem man eingibt, wo man sich befindet und wie gestresst man ist. 😀 Daraus können die Forschenden dann richtige Stress Heat Maps erstellen.

Falsche Freunde: Wie Companion-AI Abhängigkeit und Suchtverhalten erzeugt. Sycophancy und die Frage, was Entwickler wissen und trotzdem nicht tun. – 
Ramak Molavi Vasse´i

Für meinen zines.fm-Podcast hab ich kürzlich mit Leuten zum Thema KI gesprochen und dort zum ersten Mal von den von ChatGPT und Co. provozierten Selbstmorden erfahren. Das war aber nur ein Teil des Vortragsinhalts.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass ChatGPT schnell merkt, ob ihr anfällig für Schmeicheleien seid? Und dass KIs uns inzwischen GEFALLEN wollen und sogar so weit gehen, uns nach dem Mund zu reden? Da geht es nicht mal um „Das ist eine tolle Idee!“, sondern so weit, dass bewusst falsche Informationen gegeben werden, um euch zu gefallen.

We are doomed.

Artivist Zine making as Collective Care and Imagination – Jessica Guy

YAY, EIN ZINE WORKSHOP! Da hab ich mich den ganzen Tag drauf gefreut und das war der perfekte Zeitpunkt, um ein bissi kreativ zu werden und was mit den Händen zu machen.

Zusammen mit Maren, Lisa und Stefan hab ich insgesamt 4 Zines gemacht. Jede*r von uns hat eine Seite gemacht und dann weitergegeben. Ich liebs!

Jung, blond, rechts… & KI-generiert: Wie AI-Content das politische Vorfeld der extremen Rechten prägt – Katharina Nocun

Zum Abschluss des Tages nochmal ne Runde schlechte Laune abholen. 🙂 Bin zum Glück nicht in der Algo-Bubble aber Insta und TikTok (und ja, auch Facebook natürlich) sind voll mit jungen, blonden, normschönen jungen KI-Frauen, die yesteryear-mäßig Rechte Narrative in die Apps jagen. Und das schlimme ist: Selbst, wenn man Menschen auf die Fakes aufmerksam macht, ist es vielen oft EGAL. („Lieblings“kommentar: „Egal, sieht aber gut aus! 👍👍👍)

Wir haben uns AI-Slop angeschaut und konnten sogar einige Prompts einsehen, die ekelhafter nicht sein können.  

re:publica 2026 – Tag 2: Dienstag

Content, Community, Conversion – Influencer Marketing erklärt – Lili Vogelsang

Wie auch schon in den letzten Jahren sind die Tincon-Vorträge leider nicht auf YouTube.

Das war eher eine Einsteiger-Session für die Tincon-Racker, was ich vor allem daran bemerkte, dass die einleitende Frage war, „wer es sich denn vorstellen könnte, nach der Schule mal Influencer*in zu werden“ ahahahaha.

Ich war also nicht Zielgruppe des Vortrags, aber trotzdem war es ganz unterhaltsam zu sehen, wie die JUNGEN LEUT zu Influencer-Marketing stehen. 👵🏻

Propaganda mit Pikachu: Gaming-Memes als Kriegswaffe – Ilyass Alaoui

Wie auch schon in den letzten Jahren sind die Tincon-Vorträge leider nicht auf YouTube.

Warum bieten sich Gaming-Memes so arg für Kriegspropaganda an? Und verspürt die Trump-Regierung eigentlich noch sowas wie Scham?

Mir kam ein kleines bisschen Kotze hoch, als Ilyass ein geschmackloseres Meme nach dem anderen präsentierte.

Trotz des schwierigen Themas war der Vortrag richtig gut und „unterhaltsam“.

Prominenz, KI und 600 Milliarden Dollar: Wie Geld die Struktur der Öffentlichkeit verändert – Torsten Kleinz , Kim Staudt

Wir wurden bissi outgecallt mit unserer Smartphone Nutzung. Ihr könnt ja bei euch auch mal reinschauen: Wie viel Zeit verbringt ihr mit Unterhaltung (oder shit wie ChatGPT), wie viel mit Nachrichtenapps? 

Daneben gings nochn bisschen über (Schleich-)Werbung und Produktplatzierungen.

Build a library of local plants together, from food, dyes and healing herbs. – Bilal Ghalib , Abhinav Dey

Es war literally Zeit, mal Gras anzufassen. Stefan hat den Workshop rausgesucht und ich wusste NICHT worauf ich mich einließ, aber es war so COOL.

Bilal hat kurz erzählt, dass er es irgendwann Leid war, jedes kleineste Bauteil seines Smartphones zu kennen, aber quasi keine einzige Pflanze. Inzwischen sammelt er Pilze, Kräuter und Salate, die wild wachsen. Im Workshop sind wir alle ausgeschwärmt und haben mit ner App Pflanzen bestimmt und dann gemeinsam geschaut, was wir alles damit machen könnten.

(Stefan und ich haben Alfalfa gefunden, die ihr bestimmt von den Sprossen kennt. Wusstet ihr, dass die gar nicht heimisch sind? Naja. Kleinfrecher FUNFACT)

Pluriversal Care Zine – a community design experiment – Kersti Ruth Wissenbach , Felipe Schmidt Fonseca , Estela Ribeiro

Hab spontan gesehen, dass es NOCH einen Zineworkshop gab und dachte mir: Na klar, da muss ich hin.

Dieses Mal war ich mit Lisa und Sam am Start und wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Am Ende ist EIN großes Zine zum Thema „Communty & Care“ entstanden. Es war etwas wild, hat aber viel Freude gemacht.

just setting up my twitter – Jan Kus

Video (noch?) nicht online

Ich hab mich irgendwann im März auch bei der Plattform von Jan angemeldet, die er gevibecodet hat. Einfach mal Twitter nachgebaut.

Inzwischen ist es unter chrrp.eu zu erreichen, wenn ihr euch das mal anschauen wollt!

Wie es mit dem Projekt weitergeht, das steht noch aus.

 

Diese E-Mail kann dich nicht töten. – Katrin Jahns

Zu später Stund am Dienstag hab ich natürlich noch die Session von Katrin gejoint, na klar!

Zum Glück ging es hier entspannend zu: Sie hat viele kleine Übungen gezeigt, die man nutzen kann, wenn (digital) mal wieder alles zu viel wird, man kennts.

Es wurd fleißigst REGULIERT.

Und Sticker gabs am Ende auch noch, hehe.

re:publica 2026 – Tag 3: Mittwoch

Digitale Souveränität: Das Bullshit Bingo – Marielle-Sophie Düh , Julia Pohle

Ich hatte mir was ganz anderes unter dem Titel vorgestellt. Ein Echtes Bingo zum Beispiel. Stattdessen war es eher ein Frage-Antwort Spielchen.

Untermalt von einem KI-Bildchen nach dem anderen, das fand ich gruselig und blöd. Gerade bei dem Sessiontitel fand ich es ✨dann doch bemerkenswert✨ wie unkritisch da mit so shitty KI-Zeug umgegangen wurde.

Wie man Rechte im Internet ärgert – Fabian Grischkat

Glaub von der „Stolzmonat“ Aktion haben die meisten schon mal gehört, oder? Das war ja ursprünglich eine Pride Month „Gegenaktion“ von rechten Arschlöchern.

Fabian hat den Begriff dann als Marke schützen lassen, Rechte fleißig abgemahnt und eigene Stolzmonat-Kollektionen rausgebracht, deren Erlöse gespendet wurden.

Daneben gabs nochmal nen Ausblick in die Welt der Fakeprofile und Bots.

Dead Internet Theory ey….

Memefication & Imitation: Was machen TikTok & Co. mit der Öffentlichkeit? – Simon Meier-Vieracker

Hier wurde sich angeguckt, wie Trends und Memes funktionieren, was sie so stark macht und wie man sie im besten Fall für die guten Themen nutzen kann.

Das alles aber zur Abwechslung mal nicht aus ner reinen Marketingsichtweise, sondern eher (Sprach-)wissenschaftlich gesehen.

Heiße Röhre! Als sich einst Hardcore-Pornos im Videotext versteckten – Christian Richter

Leider gibt es kein Video von diesem sehr unterhaltsamen Talk, dafür aber diesen Artikel auf dwdl.de, der das ganze nochmal in voller Länge erzählt.

Erstmal hab ich gelernt, wie Teletext überhaupt übertragen wird und warum der so aussieht, wie er aussieht, denn das wusste ich vorher NICHT. 

Die ganze Story ist wirklich kurios und witzig und lohnt sich, hinter dem Link oben nachzulesen.

Video Growth Hacks: wichtige Themen online sichtbar machen – Simon Pycha

Leider (noch?) nicht online.

Fand sehr gut, dass Simon hier konkrete Beispiele seziert hat und nicht bei super oberflächlichen Tipps geblieben ist, die man schon dreitausend Mal gehört hat.

Auch wenn es im großen und ganzen natürlich immer dieselben Dinge sind, die Leute bei Videos dranbleiben lässt: Geile Hook, visuelle Elemente und schneller/guter Schnitt.

„Manu raus!“ – Wie „Big Brother“ den Shitstorm erfand – Christian Richter , Simon Moses Schleimer

Video ist (noch?) nicht online.

„Leider“ hab ich die erste Staffel Big Brother damals im Jahr 2000 nicht geschaut. Eigentlich hab ich nie irgendeine Staffel von Big Brother geschaut. NAJA.

Ich fands krass, wie die Medien damals mit Manuela (die in ihren Einspielern vll bissi arrogant wirkte, in den ausgewählten Clips aber durchaus normale Sachen sagte) umgegangen sind. Ich meine: what do you mean, in einem Magazin wurde dazu aufgerufen Hass-Gedichte über die Kandidatin zu schreiben, was?!

re:publica 2026 Sessions, die ich mir nachträglich noch ansehen will:

Das hier sind alle, die ich online gefunden habe. Ein paar, die ich auch noch spannend gefunden hätte, scheinen (noch) nicht online zu kommen.

  • Auch das noch? Die Zukunft scheint immer düsterer: Wir erzählen, welche Ideen, Innovationen und Science Fiction uns gegen die Weltuntergangsstimmung geholfen haben. – 
    Petra Pinzler , Stefan Schmitt
  • Googles KI-Übersichten: Wie Drogenhandel, nur die Gewinne sind höher! – Matthias Spielkamp
  • Verliebt in KI? Die Zukunft von Mensch-Maschine Beziehungen – Marisa Tschopp
  • Hallyu statt Hollywood! Wie die koreanische Welle die globale Popkultur revolutioniert – Steffi Kim , Su-Jin Song (송수진) , Frank Joung

Werde ich nächstes Jahr wieder auf der re:publica sein? JA. Habe ich mein Hotel schon gebucht? Sicherlich. Hab ich eventuell versehentlich ein Hotel in POTSDAM statt am POTSDAMER Platz gebucht? ES IST MÖGLICH.

Aber ich konnte noch stornieren und alles ist gut. 👍

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Hi, ich bin Jenni! Überraschend, ich weiß. Ich wohne derzeit in Düsseldorf, blogge schon mein halbes Leben lang, hier auf jenni.works aber erst seit August 2020.

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